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Auf den Spuren der Waldenser

Einladung zu einer Gemeindereise in die „Waldensertäler“ im Piemont vom 17. September bis 24. September 2022.

Die Waldenser sind eine kleine evangelische Minderheit in Italien mit Wurzeln, die sogar vor die Reformation zurückreichen. Ihr historisches Bewusstsein ist tief geprägt von Verfolgung und Fluchterfahrungen. Erst seit 1848 haben die Waldenser in Italien die gleichen Rechte wie die römisch-katholischen Bürger zuerkannt bekommen. Seitdem gestalten sie die Gesellschaft, in der sie leben, aktiv mit. Sie wirken in ganz Italien mit starkem sozialem, aber auch politischem Engagement.

Mit einer Fahrt in die Waldensertäler begeben wir uns auf die Suche nach ihren historischen Wurzeln und werfen einen Blick auf ihre aktuelle Situation. Unser Programm sieht neben verschiedene Führungen an historischen Orten Ausflüge in die Region und die Provinzhauptstadt Turin vor. Neben inhaltlichen und geistlichen Impulsen soll es Zeit und Raum für Begegnung, Beisammensein und Austausch geben.

Organisatorisches in Kürze

Über die Waldenser

Italien – Sonne, Urlaub und leckeres Essen. So haben die meisten Menschen dieses schöne Land im Süden Europas vor Augen. Was viele nicht wissen: Es gibt kleine evangelische Minderheit in Italien mit Wurzeln, die sogar vor die Reformation zurückreichen. Ihr Gründer und Namensgeber Petrus Valdes, oder italienisch: Pietro Valdo, kam ursprünglich aus Lyon. Die Menschen, die sich um ihn scharten, wurden im Mittelalter als Häretiker und Ketzer verfolgt. Im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Savoyen, dem heutigen italienischen Piemont - in den sogenannten Waldensertälern - konnten sie über die Jahrhunderte überleben und gehören heute zur Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen. Ihr historisches Bewusstsein ist tief geprägt von Verfolgung und Fluchterfahrungen. Erst seit 1848 haben die Waldenser in Italien die gleichen Rechte wie die römisch-katholischen Bürger zuerkannt bekommen. Seitdem gestalten sie die Gesellschaft, in der sie leben, aktiv mit. Sie wirken in ganz Italien mit starkem sozialen, aber auch politischem Engagement.

Die Veranstalter und die Waldenser

Ich habe die Waldenser in meinem Studienjahr in Italien näher kennengelernt. In diesem Rahmen habe ich an der Facoltà Valdese evangelische Theologie in Rom studiert. Die Perspektive auf Gemeinde, die Bibel oder auch das Leben in einer so stark katholisch geprägten Umgebung hat mich beeindruckt. Ich habe gemerkt, dass die Geschichte dieser Kirche ihren Blick nicht nur auf Ökumene, sondern auf das ganze Leben, verändert. Teilweise ungewohnt deutlich, vor allem aber tiefgläubig können die meisten Waldenser:innen, die ich kenne, sagen: „Ich bin protestantisch!“

Sandra Liebscher, deren Mutter sizilianische Waldenserin ist, hat ihr freiwilliges Soziales Jahr in den Waldensertälern im Piemont absolviert und später ihre Magisterarbeit zur kulturellen Identität der Waldenser verfasst. Auch sie ist beeindruckt von der waldensischen Präsenz in Italien. In der Lukaskirchengemeinde haben wir uns getroffen und hatten schnell ein gemeinsames Gesprächsthema.

Die Idee, die Waldenserkirche auch anderen Interessierten näher zu bringen war bald geboren, denn wir beide sind überzeugt davon, dass wir von dieser Minderheit, die in Italien gerade einmal 30.000 Mitglieder hat, etwas lernen können: Wieso sind sie in der italienischen Gesellschaft so sichtbar und was tun sie, damit ihre Stimme gehört wird?

Vikar Niels Wey

Das Programm

  • Samstag, 17.09.2022: Anreise. 7 Uhr Abfahrt ab Lukaskirche Bonn zur Unterkunft Foresteria Valdese in Torre Pellice (ca. 20 Uhr).
  • Waldenser-Seminar und Waldenserkirche in Torre Pelice.
    Waldenser-Seminar und Waldenserkirche in Torre Pelice.
    Sonntag, 18.09.2022: Im Pellice-Tal. Vormittag: Nach der anstrengenden Fahrt genießen wir den Morgen und besuchen gemeinsam den Gottesdienst (culto) in der Waldenserkirche. Wir sammeln erste Eindrücke. Nachmittag: Ausflug nach Bobbio Pellice und kleine Wanderung zum Denkmal „Sibaud“. Abendessen in der Foresteria.
  • Beckwith-Schule.
    Montag, 19.09.2022: Torre und Angrogna-Tal. Vormittag: Führung durch Torre Pellice, Zentrum der Waldenser – mit dem Waldensermuseum, der Kirche, dem Synodensaal. Nachmittag: Angrognatal mit Museum in Serre, Höhlenkirche (Gheisa d'la Tana), Denkmal Chanforan, Beckwithschule (mit einer kleinen Wanderung). Weiterfahrt zu Kirche Pradeltorno und zur Barbenschule Coulege dei Barba.

  • Dienstag, 20.09.2022: San Giovanni und Luserna. Vormittag: Wir besuchen den Tempio dei Ciabas (1555) und laufen von dort über die strada panoramica nach Luserna. Hier besuchen wir die Chiesa San Giovanni, den cimitero valdese und das Rifugio Re Alberto. Wir erfahren, wie die Waldenser heute ihre diakonischen Einrichtungen führen. Nachmittag zur freien Verfügung. Es besteht die Möglichkeit das Negozio Aziendale der Caffarel (Schokoladenfabrik) zu besuchen.
  • Pinerolo (Piemont): Dom und Altstadt
    Pinerolo
    Mittwoch, 21.09.2022: Pinerolo und Saluzzo. Vormittag: Nach individuellem Gusto in der Stadt Pinerolo. Pinerolo ist ein regionales Zentrum und Bischofssitz mit schöner Altstadt, Dom und anderen Kirchen. Mittwochs ist Markttag: Ein idealer Startpunkt für eine Stadtbesichtigung. Im Januar 2005 wurde ein Denkmal zur Erinnerung an die Verfolgung der Waldenser durch die katholische Inquisition enthüllt. Es ist das erste ökumenische Monument in Italien überhaupt und wurde von der Waldenserkirche und dem römisch-katholischen Bischof von Pinerolo in Auftrag gegeben. Mittagessen nach individuellem Gusto in der Stadt Pinerolo. Nachmittag: Es lockt das malerische Städtchen Saluzzo mit dem Kloster Staffarda. Im 16. Jahrhundert war die Markgrafschaft Saluzzo eines der wichtigsten Zentren der Reformation in Italien.
  • Tempio Valdese in Turin: Altarraum
    Tempio Valdese in Turin
    Donnerstag, 22.09.2022: Turin. Wir besuchen einen ganzen Tag lang die viertgrößte Stadt Italiens. Auf einem lockeren Stadtspaziergang können wir z.B. den Dom mit dem Grabtuch Jesu, den Palazzo Madama (Hauptsitz des Hauses Savoyen, heute ein Kunstmuseum) und eine der größten Kirchen der Waldenser erkunden.
  • Freitag, 23.09.2022. Torre Pellice. Zum Abschluss genießen wir noch einmal die ruhige und idyllische Lage von Torre Pellice: Vormittags lässt sich auf dem Markt in Torre ein bisschen Urlaubsgefühl ausleben. Es wird Gelegenheit zum Austausch untereinander und (voraussichtlich) Gemeindemitgliedern aus Torre geben. Nachmittags laden uns die Wanderwege der Umgebung dazu ein, ein wenig die Beine zu vertreten. Ein gemeinsamer Abschluss am Abend soll noch einmal Highlights und Eindrücken Raum geben.
  • Samstag, 24.09.2022: Rückfahrt nach Bonn. Abfahrt: ca. 8.00 Uhr. Die Ankunft in Bonn soll gegen 21 Uhr erfolgen.

Die Reisebedingungen

Die Unterbringung ist für alle Teilnehmenden in Doppelzimmern der Foresteria (Gästehaus) der Waldenser vorgesehen. Die Doppelzimmer verfügen über ein eigenes Bad. Es ist (nur sehr begrenzt) möglich, ein Einzelzimmer zu buchen. Der Reisepreis beträgt bei 20 Teilnehmenden je Person 820 € – jeweils im Doppelzimmer mit Halbpension. Aufpreis für Einzelzimmer: 84 €. (Bei weniger Teilnehmenden sind Anpassungen möglich. Es kann außerdem sein, dass der Preis sinkt, wenn noch Förderungen bewilligt werden.)

Die Führungen und Eintritte für die gemeinsam besuchten Museen und Sehenswürdigkeiten sind bereits einkalkuliert. Ggf. nicht verbrauchte Gelder werden den Teilnehmenden am Ende der Reise erstattet.

Leistungen: Fahrt in einem modernen Fernreisebus, 7 Übernachtungen mit Halbpension; zusätzlich enthalten: diverse Führungen u.a. zur Geschichte der Waldenser (teils auf englisch), geistliches Abendprogramm und viele spannende Gespräche. Nicht enthalten sind: alle Kosten im Rahmen der individuellen Freizeitgestaltung wie z.B. Eintrittsgelder, Getränke, Essen

Es wird empfohlen ggf. eine individuelle Reiseversicherung abzuschließen.

Die Zahlung erfolgt in zwei Teilen: Anzahlung (150 €) bei der Anmeldung, Restzahlung bis zum 20.08.2022. Bei einer Absage der ganzen Reise werden die Gebühren erstattet.

Corona: Teilnahmeberechtigt sind Menschen mit Impfschutz oder Genesenen-Status gegen Covid 19. Die Reise wird unter Schutzbedingungen gegen Covid 19 stattfinden, die sich an der im September 2022 geltenden Coronaschutzverordung des Landes NRW orientieren. Eine Absage der Reise aufgrund der Corona-Virus-Epidemie erfolgt seitens des Veranstalters, wenn die Gefahr besteht, dass das Auswärtige Amt in Berlin ein offizielle Reisewarnung ausspricht, Rückkehrende aus Piemont in Deutschland eine Quarantäne auferlegt bekommen, das Transitland Schweiz oder Italien die Einreise nicht gestattet, die Unterkunft, bzw. das Busunternehmen die Fahrt stornieren.

Die Anmeldung erfolgt bis 24.04.2022 über das Gemeindebüro. Anmeldeformular zum Herunterladen.

Wer aus persönlichen Gründen die Reise nach der erfolgten Anmeldung absagt, erhält die Kosten erstattet, wenn er eine Ersatzperson, die an seiner/ihrer Stelle mitreist, benennt.

Bildquellen: Niels Wey, Sandra Liebscher; Waldenserseminar: Wikipedia, Flucco, Lizenz CC BY-SA 4.0.)